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Indianische Musikinstrumente

Indianische Musikinstrumente

  An dieser Stelle möchte ich mich einer kleinen Auswahl an indianischen Musikinstrumenten widmen, die ich für meine Veranstaltung "Das Leben in Lateinamerika mit Musikbeispielen" verwende.
Einige einige davon sind sicherlich auch interessant  für die Veranstaltung  - "Die Welt der Blasinstrumente".

Diese kleinen Sammlungen sind nicht vollständig (was ich auch nicht anstrebe). Ich freue mich jedes Mal, wenn ich neue Instrumente bekomme, die ich für die eine oder andere Veranstaltung einsetzen kann.

Blasinstrumente wurden in ganz Amerika aus verschiedenen Naturmaterialien gebaut.  Flöten aus Bambus, aus Knochen und  aus Ton sowie Signalinstrumente, wie Schneckentrompete, Tierhörner sind in vielen Museen und Sammlungen der Welt zu sehen.

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Caral-Flöten (aus Pelikan- Knochen).  Ruinen Caral, Supe. Peru

Die Quena (Kena) ist eine Flöte, die ihren Ursprung in den Andenregionen Südamerikas hat (Bolivien, Ecuador, Peru, Chile und Argentinien). Die Anfänge dieses Instrumentes verlieren sich in der Vorinka-Zeit (ca. 4000 Jahre).  Die ersten Instrumente wurden aus Knochen und Bambus gebaut und besaßen eine verschiedene Anzahl von Löchern. In ihren Anfängen hatte die Flöte 4-7 Löcher. Das Material, welches man zum Bau der Flöten benutzte, war überwiegend Bambus. Aber auch Tier- und Menschenknochen, Ton und Kondorfedern sind als Materialien bekannt.

Die Flöte wurde für pentatonische Melodien konzipiert. Sie wurden sowohl für den täglichen Gebrauch eingesetzt, beim Bestellen des Feldes, Erntefest, Hochzeiten und anderen Festen sowie in Kriegen. Pedro de Cieza de Leon schreibt: „… als sie zum Krieg auszogen, trugen sie mit sich Hörner, Trommeln, Flöten und andere Instrumente.“

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  Knochen-Quena . Museo Nacional de Arqueología, Antropología e Historia (Peru)

Später, nach Einführung von mehreren Löchern, Gabelgriffen und Halbabdeckungen der Löcher, wurde sie auf eine chromatische Tonleiter erweitert, die über zwei Oktaven reicht. (Unten links: Quenagriffe)

Heute wird das Instrument in ganz Lateinamerika in allen traditionellen Ensembles eingesetzt. Das Instrument kann man auch virtuos spielen und neben den Halbtönen besteht die Möglichkeit auch Vierteltöne zu erzeugen, um die Ausdrucksmöglichkeiten zu erhöhen.
Die modernen Instrumente werden aus Holz gebaut,  diese sind jedoch nicht mit den aus Bambus hergestellten Flöten zu vergleichen. Deshalb wird auch nach wie vor noch Bambus eingesetzt.
Für die Arbeit in Schulen wird die preiswertere Variante aus PVC benutzt. Die Kosten hierfür sind sehr gering, so werden die Kinder spielerisch an die traditionelle Musik herangeführt.

 
  Interessante Quena-Links
 

tarka
  Die Tarka ( Tarqa oder Anata)
Die Tarka ist eine Längsflöte aus Holz aus den Andenregionen (ganz Bolivien, Süden Perus, Norden Chiles). Sie ist quadratisch von außen und hat eine runde Bohrung mit kleinem Durchmesser. Das überwiegend zum Bau der Tarkas benutzte Holz ist das amerikanische Mahagoni, in Lateinamerika „Mara“ genannt.

Sie hat oben sechs Löcher und kein Loch auf der unteren Seite (Überblasloch).
Sie wird in verschiedenen Längen (und Tonarten) von 30 cm bis 60 cm gebaut. Die gebräuchlichen Tonarten (A, C, und Es) allerdings, muss man als Orientierung ansehen, da die indianische Musik nicht mit der europäischen Musik zu vergleichen ist. Die Tarka ist ein Instrument, welches ohne spanischen Einfluss entstanden ist.

Die Flöte wird reichlich graviert und bemalt.  Sie ist ein Instrument, welches überwiegend auf  Festen zu hören ist und in den rituellen Kalendern der Aymara in den Monaten Januar und Februar steht.

tarkeada

Die Tarka ist kein Soloinstrument, sondern wird in großen Tarka-Gruppen (Tropas) mit verschiedenen Flötengrößen gespielt. Die Instrumente haben verschiedene Stimmungen. So entstehen beim Zusammenspiel Melodien mit parallelen Quarten, Quinten und Oktaven, was den charakteristischen Klang der Tropas ergibt. Die Tropas werden von Bombos (Trommeln) begleitet.

Tarka-Gruppen werden meistens zur Karnevalszeit anzutreffen sein, zusammen mit den typischen Tänzen dieser Zeit in der jeweiligen Region.

Die Musikstücke der Tropas nennt man Tarkeadas.

Interessante Tarka-Links
 

 musiker
  Antara, Siku und Zampoña

Im europäischen Raum würde man dieses Instrument Panflöte nennen. Die Panflöte ist in allen Regionen der Welt verbreitet. (Geschichte der Panflöte auf English)

Antara ist die Bezeichnung in der Indio-Sprache Quechua,  Siku ist die Bezeichnung in der Sprache der Aymara. Die Bezeichnung Zampoña (oder Sampona) stammt aus Spanien und Italien.

Heute, im Zuge der kulturellen Verschmelzung werden auch in Südamerika Antara und Siku mit der Bezeichnung „Zampoña“ benannt.  In Italien und Spanien ist die Bezeichnung „Zampogna“ gleichbedeutend für ein Musikinstrument der Dudelsackfamilie.

 
Die Antara war und ist in vielen Regionen ein sehr verbreitetes Instrument. Bekannt sind Materialien wie Stein, Ton, Bambus, Knochen, Holz und Metall. Die Anzahl der Rohre der Ton-Antaras variiert von 3 bis 14 Rohren. Antaras aus Bambus sind mit bis zu 24 Rohren bekannt. (Ein Beispiel wäre der Rondador aus Ekuador).
Eine der ältesten Antaras stammt aus „Chilca“ südlich von Lima (ca. 5.200-4.900 Jahren).

Berühmte Antaras sind diejenigen, die aus den Tempeln der Nasca-Kultur stammen.

Bei Ausgrabungen aus dem Jahr 1888 aus dem Tempel „Gran Templo“  (Sektor Y5) der Ruinen aus dem Zeremonialzentrum Cahuachi  (ca. 4200 vor Christus), welches sich unweit der Stadt Nasca befindet, wurde eine Ummenge von Antaras gefunden.  Die  Instrumente waren auch mystisch geprägt. Aufgrund der Studien wird vermutet, dass diese Flöten rituellen Zwecken dienten und als Opferbeigabe zerbrochen und später dem Fundament des Tempels beigefügt wurden.

Aus der großen Anzahl von Flöten, die gefunden wurden, hat man sehr viele rekonstruiert. Es entstanden Flöten mit Längen von bis zu 80 cm, also vergleichbar groß. Die Anzahl der Röhren lag bei 10 bis 15.  Das Material war feinkörniger Ton, die farbliche Gestaltung variierte.
Die Textquelle finden Sie hier (spanisch)

1991 wurden  auch bei Huaca Pucllana (Lima, Peru) vier zerbrochene Antaras gefunden, die als Grabbeigaben dienten und ebenfalls im Fundament gefunden wurden. Hiermit scheint sich die oben erwähnte Theorie zu bestätigen.
   antara
Antara aus Kondorfedern

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Antaras de Nasca 
 


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