Mai 2005
 

Peruaner stellt Andenland vor   

Lessing-Mittelschüler sind begeistert

Von DAVID QUOSDORF
Schkeuditz. Ein echter Perua­ner, Carlos Sanchez-Chinen, stellte zu den Projekttagen an der Schkeuditzer Lessing-Mit­telschule sein Land vor. Dabei umschiffte der 40-Jährige ge­konnt die Klippen des üblichen Unterrichts. In seinem rund 60-minütigem Vortrag begeis­terte er mit Bildern und Ein­drücken, gepaart mit Klängen aus der Heimat. Sánchez, 1965 in Lima geboren, lernte bereits mit zehn Jahren Trom­pete. Von 1984 bis 1990 stu­dierte er das Instrument am Staatlichen Tschaikowski­-Konservatorium in Moskau. Es folgten diverse Meisterkurse. Zudem erlangte der fast per­fekt deutsch sprechende Sán­chez das Diplom für russische Sprachpädagogik. Seit 1990 lebt er in Meiningen.
Die durch Salsa-Klänge aus mitgebrachten Instrumenten unterstützte Präsentation des Peruaners zeigte die Men­schen, die in den Anden und im Urwald leben. Carlos sán­chez stellte besonders die Kin­der in den Vordergrund seiner Darstellungen. „Ich will Denk­anstöße geben. In mei­ner Heimat sind die Kinder arm und müssen sich ihr Brot selbst ver­dienen, als Schuhputzer oder Fotomodell für Tou­risten."

Geschichtslehrerin Monika Mannewitz bahandelte selbst gerade die Entdeckungen im ehemali­gen Inka-Reich wie zum Bei­spiel die berühmte Kartoffel. „Herr Sanchez hat natürlich eine ganz andere Art, diese Dinge darzustellen. Das ist schon sehr anschaulich." Auch Schulleiterin Maritta Sopart war von der Bereicherung ih­rer Projekttage hellauf begeis­tert. „Ich hätte stundenlang zuhören können."

Die Jugendlichen konnten sich zwischen dem Geografie ­und dem Umweltprojekt ent­scheiden. Bei letzterem hatte vor allem die frisch sanierte Schule selbst etwas davon. Au­ßen wurden die Wege gekehrt und die Beete auf Vordermann gebracht. Im Schulgebäude wurden fleißig Blumen umge­topft und die Wände gestaltet. „So sauber wie jetzt war der Schulhof noch nie", bilanziert Sopart freudestrahlend.

Die Südamerika-Projektier waren zufrieden. „Der Vortrag war sehr interessant, vor al­lem die Instrumente", erzählt die 14 jährige Anne-Lisa Knoblauch. Mitschülerin Man­dy Bednarsch war vor allem vom guten Deutsch des Perua­ners begeistert. Die Rektorin kommt nun an einer Fortset­zung des Pro­jektes im nächsten Jahr nicht mehrvorbei. Sogar im Kultur­haus soll der Musi­ker mit seiner flö­tenähnli­chen Okarina auftreten.
 

 
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