Asociación der artesanos ceramistas. Jatari Wari. Chorrillos. Lima
 

 

Name: Koopertative Jatari Wari
Lage: Chorrillos, Lima Peru

Produkte: Herstellung von Keramikprodukten sowie Altarbilder

Die Kooperative

Die Kooperative wurde im Jahr 2008 in Chorrillos gegründet. 2009 hat die Kooperative durch das Ministerium für Außenhandel und Tourismus ein Zertifikat für ihre Arbeit erhalten.

Viele der Mitglieder haben bereits Jahre vor der Gründung der Kooperative im Kunsthandwerk der Keramikherstellung gearbeitet. Die meisten von ihnen begannen zunächst in Ayacucho. Da es in dieser Region jedoch verstärkt zu Problemen mit dem Terrorismus kam und zudem der Transport der Ware durch schlechte Verkehrsanbindung erschwert wurde, immigrierten die Handwerker nach und nach in den Bezirk Lima. Viele der Familien leben mittlerweile bereits in der dritten Generation dort.

Die Gründung der Kooperative war zu Beginn sehr schwierig. Viele der Mitglieder hatten unterschiedliche Interessen und Meinungen und gleichzeitig kaum Erfahrung mit solch einem Vorhaben. Ein Ziel jedoch verfolgten sie alle gemeinsam: Sie wollten als Gemeinschaft zusammenarbeiten, um als Gemeinschaft davon profitieren zu können. Die Kooperative wurde aus Eigeninitiative gegründet, Werkzeuge oder andere Materialien waren sehr rar, die Mühen der Handwerker selbst halfen, die Kooperative erfolgreich wachsen zu lassen.

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p1080064Vorteil der Kooperative ist es, dass die Handwerker innerhalb der Organisation bemüht sind einen einheitlichen Preis erzielen. Für Zwischenhändler ist es damit schwieriger, die Preise mehr und mehr zu drücken. Außerdem besteht eine größere Präsentationsmöglichkeit durch die Kooperative. Durch die Zusammenarbeit aller konnte eine größere Produktpalette erstellt werden. Die Mitglieder hoffen, in Zukunft noch mehr verbessern zu können.

Zudem arbeitet die Kooperative mit dem Ministerium für Außenhandel und Tourismus in Lima zusammen. Dadurch können auch Kurse und Seminare angeboten werden. Durch diese Art der Ausbildung können die Handwerker neue Motive entwickeln. Diese Form der Innovation hilft ihnen dabei, größere Aufträge zu erhalten. Jedoch gibt es noch immer viele Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich der Weiterbildung. So zum Beispiel existieren keine Schule oder Institutionen für das Handwerk in der Region. Damit stellen im Moment die Angebote des Ministeriums in Zusammenarbeit mit der Kooperative die einzige Möglichkeit dar.

Durch die Kooperative konnten die Lebensverhältnisse vieler Familien verbessert werden, da die Handwerker nun effektiver geworden sind und mehr produzieren können. Sie arbeiten als Team zusammen und konnten durch gemeinsame Unterstützung sowohl die Qualität der Produkte als auch die Prozesse verbessern.

Die Kooperative ist sehr offen und versucht Interessenten schon von klein auf zu begeistern. So zum Beispiel werden Tage der offenen Tür für Kinder organisiert und auch ein Fest zum Kindertag gibt es jährlich.

Die Produzenten

p1080036Insgesamt besteht die Kooperative aus 20 Mitgliedern. Die meisten von ihnen besitzen Familienbetriebe mit nur wenigen oder gar keinen familien-externen Mitgliedern. Die verschiedenen Familien produzieren größtenteils die gleichen Produkte. Zwar sind manche auf bestimmte Bereiche spezialisiert (zum Beispiel Ornamente, Figuren, Kirchen), dennoch können auch diese Handwerker die anderen Produkte produzieren. Zudem sind viele der Familien auf die gleichen Produkte spezialisiert. Dies hilft zum einen bei der Auftragsverteilung, zum anderen jedoch erhöht dies auch gleichzeitig die Konkurrenz. Auf Grund dessen sind alle Handwerker stets bemüht höchste Qualität zu erzeugen, um im Wettbewerb mithalten zu können. Neue Mitglieder werden im Moment nicht aufgenommen. Zuerst möchten sich die Kooperative vollständig aufbauen, danach können sie sich eine Expansion sehr gut vorstellen. Für Großaufträge jedoch gibt es ausgebildete Handwerker in der Region, die zusätzlich eingestellt werden können.

Die Produkte

Hergestellt werden Keramikartikel jeder Art. So zum Beispiel bieten die Handwerker traditionelle peruanische Motive ebenso an wie moderne abstrakte Figuren. Zudem gibt es auch saisonale Artikel (zum Beispiel Krippenfiguren für Weihnachten), Mobile und viele weitere kreative Artikel.

Die Produkte werden während des gesamten Herstellungsprozesses kontinuierlich überprüft. Diese Qualitätskontrolle beginnt bereits beim Einkauf der Materialien und Farben für die spätere Produktion. So zum Beispiel muss sichergestellt werden, dass keine Schadstoffe enthalten sind. Diese Rohstoffe bekommen die Handwerker größtenteils aus dem Zentrum Limas. Die Händler sind geprüft und amtlich zugelassen, so dass sichergestellt werden kann, dass die Materialien frei von Schadstoffen sind, was für die Handwerker im Fairen Handel sehr wichtig ist, denn dies bedeutet mehr Sicherheit sowohl für Kunden als auch für die Handwerker selbst.

Regionales

p1080081Das größte Problem in der Region gibt es mit dem Wasser. Zum einen gibt es kein ausreichendes Abwasser-System. Das Abwasser sucht sich größtenteils seinen eigenen Weg und gelangt somit teilweise auch in die Grundstücke der Handwerker. Zum anderen ist auch die Versorgung mit reinem Wasser ein Problem. Oftmals sind die Haushalte mehrere Tage ohne ausreichende Wasserzufuhr.

Zudem fehlt es den Wohnungen und Werkstätten der Handwerker häufig auch an anderen notwendigen Voraussetzungen. Die Häuser sind oft nur sehr provisorisch erbaut. Es gibt keinen Boden, die Wände aus Holzbrettern sind direkt auf den Erdboden gebaut. Dächer bestehen bei vielen der Handwerkern nur aus Folie oder Pappe. Ausreichend Schutz vor den Wetterbedingungen ist somit oftmals nicht gegeben. Feuchtigkeit dringt in die Häuser ein und auch die Probleme der Umwelt wirken so verstärkt auf die Menschen ein.

Der Vorteil der Lage Chorrillos ist die Nähe zum Zentrum Limas. Eine gute Verkehrsanbindung ist gewährleistet, so dass es mit dem Transport der Materialien sowie fertigen Ware keine Probleme gibt.

Die Zusammenarbeit mit ARTE INDIO

Über die Zusammenarbeit mit Arte Indio sind sowohl die Kooperative als auch die individuellen Handwerker sehr erfreut. Arte Indio ist einer der wenigen Kunden, die Produkte ohne Zwischenhändler kaufen. Zudem zahlt Arte Indio einen fairen Preis, dieser liegt deutlich über dem Durchschnitt der von anderen Kunden gezahltem Preis. Davon können die Handwerker sehr profitieren. Doch der Handel mit Arte Indio bringt nicht nur finanzielle Vorteile. Durch die Zahlung fairer Preise bekommen die Handwerker auch das Gefühl, dass ihre Arbeit von den Kunden im Ausland sehr geschätzt wird. Für viele ist dies eine gute Motivation, die Produkte weiterzuentwickeln und zu verbessern. Des Weiteren garantiert Arte Indio eine sichere Abnahme der Produkte. Somit wissen die Handwerker bereits zu Beginn der Produktion, wann sie die Produkte zu welchem Preis verkaufen können. Oftmals gibt Arte Indio auch neue Motive oder Designs in Auftrag. Dieses unterstützt die Handwerker zum einen in der Ideenfindung für weitere neue Produkte und hilft zum anderen bei der Akquise neuer Kunden, da eine größere Produktpalette angeboten werden kann.

Probleme

p1080156Ein großes Problem der Handwerker ist, dass es nicht genug Platz gibt, für Grundstücke und somit auch für die Werkstätten. Oftmals kann in nur sehr kleinen Räumen produziert und bemalt werden, viele der Arbeiten müssen nach draußen verlegt werden. Bei schlechtem Wetter ist das natürlich ein Problem, da auch viele der Arbeitsmittel außerhalb der Werkstätten gelagert werden müssen.

Ein weiteres Problem gibt es mit den verschiedenen Märkten, in denen die Kooperative und die Handwerker ihre Produkte verkaufen. Die Ansprüche und Wünsche sind sehr unterschiedlich zwischen dem inländischen und dem ausländischem Markt. Zudem verlangen beide unterschiedliche Herstellungsarten. Für den Exporthandel zum Beispiel dürfen keine Gift- oder Schadstoffe verwendet werden. Andererseits ist es aber trotz der steigenden Globalisierung schwierig, neue Aufträge vor allem im Ausland zu finden. Diese jedoch sind wichtig für die Kooperative, da die Aufträge meist deutlich größer sind als im Inland. Verkauft werden die Produkte zudem im Bereich des Tourismus. Größtenteils besteht hier aber kein direkter Verkauf, sondern die Produkte werden an Geschäfte verkauft, die dann wiederum die Produkte vor allem Touristen anbieten. Einen kleinen Direktverkauf bietet die Kooperative auch in den eigenen Räumen an. Dieser jedoch kann nur gefunden werden, wenn gezielt danach gesucht wird, Laufkundschaft gibt es also nicht.

Auch Konkurrenz ist ein großes Problem. Es gibt zwar keine direkte Konkurrenz anderer Kooperativen, aber es gibt viele individuelle Handwerker in der Region, die ebenfalls in der Keramikherstellung tätig sind. Dies ist besonders auf den lokalen Märkten ein großes Problem, da es häufig zu einem regelrechten Wettstreit um den günstigsten Preis kommt. Kunden haben die Möglichkeit von Stand zu Stand zu laufen und die Preise zu vergleichen. Teilweise werden Produkte dabei deutlich unter Wert verkauft, was sich auch langfristig negativ auswirkt, da die Produkte an Ansehen verlieren können.

Dieses Problem jedoch besteht zum Teil selbst mit den Käufern im Exportgeschäft. Einige von ihnen sind nur an ihrem Eigenprofit interessiert, faire Preise werden von ihnen nicht gezahlt. Meist handelt es sich dabei um Zwischenhändler, die nach dem günstigsten Preis suchen, um danach noch gewinnbringend an Kunden im Ausland verkaufen zu können. Da viele der Handwerker jedoch auf den Verkauf ihrer Ware angewiesen sind, akzeptieren sie oftmals die zu niedrigen Preise, diese jedoch können die Herstellungskosten kaum decken. Durch den Export über Zwischenhändler verdienen die Handwerker deutlich weniger als im direkten Handel. Zudem sind sie auch geringfügiger in den Verkaufsprozess involviert.

Ein weiteres Problem liegt in der Weltwirtschaft, denn der Export unterliegt stark Währungsschwankunge: Ist der US-Dolla sehr schwach, sind auch die Gewinne, die durch den Export erzielt werden, niederiger.

Chancen und Hoffnungen für die Zukunft

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Die Kooperative hofft bald, eine große Werkstatt errichten zu können. Dadurch sei es für alle Handwerker möglich zusammenzuarbeiten. Prozesse können besser aufeinander abgestimmt werden und somit effizienter verbessert und kombiniert werden. Da momentan alle in einer eigenen Werkstatt arbeiten, sind die Endergebnisse der Produkte teilweise unterschiedlich. Eine gemeinsame Werkstatt könnte eine Vereinheitlichung bewirken.

Mit effizienteren und besser aufeinanderabgestimmten Prozessen erhofft sich die Kooperative, die Kapazität der Produktion zu erhöhen. Durch Innovationsprozesse sollen zudem neue Produkte hinzukommen.

Außerdem möchten sie den Anteil ihrer Direktverkäufe erhöhen. Ultimatives Ziel ist es, auf gar keine Zwischenhändler mehr angewiesen zu sein. Dies liegt noch in weiter Ferne, die Kooperative jedoch hofft, schrittweise dieses Vorhaben erfüllen zu können.

Für all diese Ziele und Hoffnungen der Kooperative ist es wichtig, dass die Handwerker noch stärker als Gruppe zusammenarbeiten. Auf diese Weise können Produkte noch besser vermarktet und neue Kontakte können leichter gefunden werden.

Zudem hoffen sie auf bessere und vor allem verstärkte Aus- und Weiterbildung. Große Defizite liegen bei vielen der Handwerkern in der Kosten- und Preiskalkulation. Aber auch Kurse oder Seminare im Materialeinkauf, Exporthandel und Qualitätskontrolle sowie im Herstellungsprozess und der Bemalung der Keramikprodukte sind wünschenswert.

Wenn die Handwerker eine bessere Ausbildung erhalten, können viele Prozesse vereinfacht und verbessert werden. Zudem würde es ihnen leichter fallen, bestimmte Prozesse im Handel und der Wirtschaft zu verstehen. Wenn die Handwerker untereinander noch besser zusammenarbeiten, können Produkte verbessert werden, was wiederum zu einer steigenden Kundenzahl führen wird. Die Kooperative ist noch sehr jung und konnte dennoch bereits vieles verbessern. Für manche ihrer Ziele fehlt momentan noch das notwendige Kapital für Investitionen. Sie hoffen jedoch, ihre gute Entwicklung beibehalten zu können, und sind zuversichtlich, dass mit einer Verbesserung der Produktionstechniken auch die Einnahmen steigen werden, um dieses Geld dann wiederum in neuere Werkzeuge und die Ausbildung investieren zu können.

 
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