Handwerker Familie Canchumuni
 
Name: Handwerker Familie Canchumuni, lima
Lage: Pachakutec, Ventanilla, Callao. Peru
 
Produkte: Herstellung von Musikinstrumenten, Schmuck, Dosen und anderen Produkten aus Kürbis

Das Unternehmen
Der Familienbetrieb von Familie Canchumani ist sehr strukturiert und gut organisiert. Je nach Auftragslage arbeiten bis zu 8 Familienmitglieder an der Produktion.

Vor der Gründung der Kooperative in Pachacutec fand die Verarbeitung der Kürbisse in Huancayo statt. Für den Einkauf der Kürbisse mussten sie zuerst nach Lima und danach weiter in die Regionen von Chiclayo und Trujillo reisen. Dies war sehr zeit- und geldaufwändig. Der gesamte Produktionsprozess war zudem sehr rustikal, feine Arbeiten waren nur schwer möglich, da oft das notwendige Werkzeug fehlte. Im Jahr 2000 zogen sie nach Pachacutec und verlegten auch ihre Produktion in diesen Ort. Das half ihnen, die Produktionskosten zu senken. Zudem konnten sie durch eine höhere Gewinnspanne neue Werkzeuge und Maschinen kaufen, um die Produktion nicht nur zu vereinfachen, sondern vor allem verbessern zu können.

Auch die Verkaufsmöglichkeiten haben sich durch den Umzug nach Pachacutec verbessert. Die Entfernung ist noch immer ein sehr großes Problem, dennoch ist die Lage Pachacutecs deutlich besser als die Huancayos, besonders im Bezug auf Lima, welches ein gutes Zentrum für den Handel durch die verschiedenen handwerklichen Zentren der Stadt und der Nähe zu den Unternehmen, die Kürbisprodukte exportieren, aber nicht mehr nach Huancayo gehen möchten, um die Produkte zu bekommen, ist.

Das Produkt

In der Kürbisbearbeitung gibt es verschiedene Techniken. Jeder Betrieb der Kooperative Sumaq Maqui jedoch verwendet die gleichen Bearbeitungsmethoden.

Probleme

Obwohl es bereits eine deutliche Verbesserung der Infrastruktur Pachacutecs gab, ist die Entfernung noch immer ein großes Problem. Der Transport, besonders der Kürbisse aus weit entfernten Provinzen, nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Manchmal können dann Einkäufe noch nicht einmal getätigt werden, entweder da ein anderer Kunde alle bereits Kürbisse aufgekauft hat oder die Kürbispflanzen von einer Krankheit befallen wurden und damit unbrauchbar werden. Auch der Transport der Kürbisse zurück nach Pachacutec ist sehr teuer und oft problematisch. Teilweise wird ihnen der Transport in öffentlichen Verkehrsmittel sogar verweigert, da die Säcke voller Kürbisse zu viel Platz in Anspruch nehmen.

Ein weiteres Problem sind die Wetterbedingungen der Region. Der Winter in Pachacutec ist sehr humid. Diese natürlichen Bedingungen führen häufig zu Schimmel- oder Pilzbefall an der Oberfläche der Kürbisse. Dies macht die Produkte unbrauchbar für die Verarbeitung und den Verkauf und bedeutet finanzielle Einbußen für den Betrieb.

Auch Konkurrenz ist ein Problem. Innerhalb der Kooperative gibt es drei Handwerksfamilien, die sich der Kürbisverarbeitung gewidmet haben. Manche Familien beherrschen das Handwerk und die Technik mehr als andere, doch alle Familien bearbeiten die Kürbisse in hoher Qualität. Die einzige Möglichkeit, sich von den anderen Familien zu unterscheiden, ist durch Pünktlichkeit sowie  Ehrlichkeit im Umgang mit den Kunden und den Aufträgen zu überzeugen.

Zusammenarbeit mit Arte Indio

Arte Indio ist ein Kunde, der die externen Probleme der Produktion versteht, zum Beispiel den Mangel an Kürbissen oder andere Probleme, die es zur Zeit der Bestellung gibt. Es ist ein großer Vorteil, solch einen Kunden zu haben. Zudem werden stets faire Preise gezahlt, auch bei größeren Bestellungen forder Arte Indio keine Preissenkungen, wie es bei einigen anderen Kunden der Fall ist.
Außerdem konnte Arte Indio helfen, die Produkte besser für den Export zu qualifizieren. Zuvor wurden Techniken und Materialien für die Verarbeitung der Kürbisse, besonders bei der Endlackierung, verwendet, die nicht den internationalen Standards des fairen Handels entsprachen. Mit Hilfe von Arte Indio konnte dies verbessert werden, so dass nun besser verträgliche Produkte hergestellt werden, was auch den Export ohne größere Probleme ermöglicht.

Chancen, Hoffungen und Probleme

Ziel des Familienunternehmens ist es, ein Unternehmen für den Export von Kunsthandwerken zu gründen, ohne dabei Zwischenhändler einstellen zu müssen. Training und Weiterbildung im Produkt-Export sind dafür notwendig. Damit könnten bessere Renditen für den Verkauf an ausländische Kunden erzielt werden. In wenigen Jahren, wenn die Kinder ihren Schulabschluss erreicht haben, möchten sie mit dieser Herausforderung beginnen. Denn noch sind die jüngeren Kinder in der weiterführenden Schule, was für die Familie sehr wichtig ist. Sie sind diejenigen, die ausgebildet werden, um die Rolle der Unternehmer für den Export zu übernehmen.
Eine weitere Hoffnung, die sie haben, ist es, ein Produkt oder Verfahren zu finden, um den Pilzbefall an den Kürbissen zu verhindern. Noch haben die Handwerker keine dauerhafte Lösung. Nun wollen sie versuchen, zusammen mit ihren Export-Kunden an einer Lösung zu arbeiten, von welcher sowohl der Kunde als auch der Produzent profitieren kann.
 
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