Asociación de artesanas. "Mujeres para el mundo" Chulucanas. Piura
 

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An der Nordküste Perus in Chulucanas, der kleinen Hauptstadt der Provinz Morrópon, leben die Nachfahren der Tallanes, einer präkolumbianischen indigenen Bevölkerungsgruppe, die auch für ihre Keramik bekannt ist. Dieses Kunsthandwerk wird noch sehr traditionell betrieben, was die Farben und Muster betrifft, aber auch die Herstellungsweise ist seit Jahrhunderten beinahe unverändert.  

p1080770Auf Grund des Fehlens anderer Einkommensquellen ist die Herstellung von Keramiken oft die einzige Möglichkeit, die Familien zu ernähren. In den „Artesanas para el mundo“ sind rund 15 Frauen, dabei oft mehrere Mitglieder einer Familie, organisiert. Einige von ihnen sind anerkannte und geachtete Meisterinnen ihrer Kunst. Für die Leistung, die Techniken und das Kulturgut zu erhalten, hat die Kooperative mehrere Preise erhalten. 

Infos zur Region

Chulucanas liegt in einer sehr trockenen, tropischen Klimazone und  wird auch als Hauptstadt der Mangos, Zitronen und Keramik bezeichnet.  Hier gibt es keine Industriebetriebe oder große Firmen, daher arbeiten die Männer der Region oft in anderen Städten. Landwirtschaft und Kunsthandwerk sind eine kleine aber wichtige Einnahmequelle für die Familie. Die Kunsthandwerkerinnen der Kooperative beschäftigen bei größeren Aufträgen ihre gesamte Familie. p1080737Auch die Männer sind dann mit in die Herstellung einbezogen und vor Ort beschäftigt. Somit trägt die Unterstützung der „Artesanas“ zur Festigung der sozialen Strukturen vor Ort bei. Momentan sind die Umsätze der Kooperative noch ausbaufähig, da dieses schöne Handwerk noch nicht so bekannt ist und auch relativ wenig Touristen in die Region kommen. Wir wollen das jedoch ändern und die wertvolle Arbeit der Kooperative bekannter machen. 

Herstellung

p1080693Die Keramikprodukte entstehen nach speziellen traditionellen Vorlagen, welche „Vicus“ genannt werden. Jedoch entwickeln die „Artesanas para el mundo“ auch neue Designs und Motive, um ein größeres Absatzpotential zu erzielen.

Die Keramikprodukte entstehen mit einfachen Werkzeugen in Handarbeit. Nur unter Einsatz eines Holzbrettes wird der Ton mit der Hand in die gewünschte Form gebracht, anschließend mit Mineralfarben bemalt und bei relativ geringer Temperatur (900°C) meist in traditionellen Holzöfen gebrannt. Dann werden die Keramiken mit Flusssteinen poliert.

Besonders interessant ist die Art der Farb- und Mustergestaltung. Dabei wird eine Negativ-Technik angewandt, bei der die später hellen Stellen mit flüssigem Ton und die später dunkleren Stellen mit Mangoblättern  abgedeckt werden. Beim nachfolgenden zweiten Brand tritt dann der beschriebene Effekt auf. Ihren typischen Glanz erhalten die Tonfiguren durch polieren und glätten mit Wachs.

 
 
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