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Name: Frauen Vereinigung Casa Betania
Lage: San Martín de Porres, Lima
Produkte: Herstellung von
Bekleidung, gewebtes Kunsthandwerk, Accessoires wie Taschen,
Geldbörsen, Rucksäcke, etc.
Die Entstehung
Rosa Pacheco
erzählt uns, dass sie für eine NGO namens „Alternative“
arbeitete und kam dort mit Schwester Angela Carroll, die Mitglied
einer Kongregation der Schwestern von St. Joseph ist, zusammen.
Beide arbeiteten in den Volks-Küchen von Berg Chavarría in Olivos
(Lima). Es gab dort viele soziale Fälle von Frauen, die in extremer
Armut lebten. Der Speisesaal bot zwar kostenlose Nahrung an, aber
viele der Frauen wurden ausgeschlossen, weil sie das „Minimum“
für die Lebensmittel nicht zahlen konnten. Viele Frauen hatten
deshalb psychische Probleme.
Mit Schwester Carroll gründete sie
eine Selbsthilfe-Gruppe für psychisch Kranke. Diese Gruppe half den
Frauen bei der Überwindung ihrer psychischen Probleme. Die
allgemeine Ursache waren die ökonomischen Probleme und der Mangel an
Arbeit. Hinzu kamen noch Aggressivität, sowie ein geringes
Selbstwertgefühl u.a.
In der Selbsthilfe-Gruppe sprach man
auch über mögliche Auswege aus dieser Situation. Viele der Frauen
sahen einen Weg darin, als Straßenhändlerin zu arbeiten und einige
konnten Sticken. So begann man, über die Gründung einer
Produktions-Stätte nachzudenken. Am 4. Dezember 1990 wurde zunächst
mit dieser Frauen-Gruppe begonnen, Patronen-Beutel aus Jutefaser
herzustellen.
Da viele der Frauen geschickt im
Sticken waren, kam die Produktion von bestickten Stifte-Taschen
(Federmappen) aus Jutestoff hinzu.
Rosa lehrte den Frauen Nähen und
Sticken. Einige Frauen brachten ihre Werkzeuge von zu Hause mit, was
die Produktion wesentlich erleichterte. Schließlich wurde
beschlossen von 14 bis 19 Uhr zu arbeiten sowie die Höhe der Löhne
festgelegt.
Die Zielsetzung in diesem Stadium war
für die Frauen die Beendigung ihres Daseins als Sozialfälle.
Die Produktions-Stätte begann Ihre
Arbeit mit 7 Frauen. Zunächst war sie eine Ausbildungs-Werkstatt für
Stickerei. Während dieses „Trainings-Prozesses“ entstanden auch
viele Schwierigkeiten. Da es hohe Anforderungen gab, begannen einige
der Frauen zu gehen. In der Werkstatt fuhr man unterdessen fort, die
Produktionspalette zu erweitern. Verkauft wurde bei
Präsentationen in Kirchgemeinden in wohlhabenden Gebieten.
Mit der Zeit erwarb sich die
Frauen-Gruppe einen höheren Bekanntheitsgrad und es kamen
qualifizierte Frauen hinzu. So konnte man schließlich auch mit der
Herstellung von Bekleidung mit Stickerei sowie mit Häkelarbeiten
beginnen. Auch weitere Absatzmärkte für die entstandenen Artikel
wurden erschlossen, z. B. in den Botschaften und im ONGs.
Zwischen 1993 und 1995 stieg die Anzahl
der produzierenden Frauen auf 23 an.
Nachdem die Gruppe zunächst mit den
vorhandenen Materialien und Werkzeug zurecht kommen musste, bekam sie
später durch ein Projekt mit der Cáritas von Frankreich die
Möglichkeit,
2 Nähmaschinen und Regale
anzuschaffen. Auch die Zahlung der Löhne wurde durch dieses Projekt
unterstützt.
1995 machte die Frauen-Gruppe während
einer Veranstaltung der RELACC die Bekanntschaft mit der CIAP und
wurde daraufhin dort Mitglied mit vollen Rechten.
Am 30. Dezember 1999 gab es einem
Einbruch in der Werkstatt. Die Diebe drangen in das Haus ein und
nahmen die Maschinen und fertig gestellte Erzeugnisse für mehr als
10.000 US-Dollar mit, fast alles, was die Gruppe hatte. Zunächst
dachte man daran, die Organisation aufzugeben, aber die Solidarität
ließ nicht lange auf sich warten. Die CIAP organisierte Aktivitäten
zur Unterstützung der Frauen. Einige Freunde liehen ihnen Maschinen,
andere schenkten Materialien und Werkzeuge und so waren sie wieder
in der Lage, die Werkstatt weiterzuführen.
Die Organisation
Im Jahr
1999 wurde die Vereinigung als Non-Profit-Organisation mit 9
Mitgliedern rechtlich gegründete. Die Organisation hat einen
Vorstand von 3 Mitgliedern. Es gibt regelmäßige Versammlungen
einmal im Jahr, aber auch außerordentliche Treffen mit den Partnern
und Mitarbeitern und monatliche Berichte. Hier werden Probleme
erörtert sowie anhand eines Umsatz-Berichts die Kosten usw.
ausgewertet.
Eine Person ist für das Management verantwortlich
und für Zahlungen, Buchungen, Überprüfung von Produkten,
Abrechnungen usw. zuständig.
Produktion und Vermarktung
In der Werkstatt hat jedes Mitglied eine oder mehrere
Aufgaben.
Rosa ist für den Entwurf von Mustern
zuständig und überwacht die Vorbereitung der Proben, sowie die
Vermarktung der Produkte. Nach Eingang der Bestellung kümmert
sich eine Person um den Materialeinkauf. Andere schneiden das
Material zu usw. , so wird die gesamte Arbeit wird verteilt.
Es gibt 4 Näherinnen und 5
Stickerinnen, die Terminarbeit in von zu Hause aus (Heimarbeit)
erledigen.
Eine weitere Person ist für die
Qualitätskontrolle zuständig. Sie überprüft auch die fertigen
Produkte aus der Heimarbeit. Die Fertigstellung der Artikel und
Vorbereitung für den Versand wird ebenfalls von einer Person
übernommen.
Bei großen Bestellungen arbeiten alle
Hand in Hand zusammen.
Die Zahlungen für die Bestellungen
erfolgen in der Regel nach Fertigstellung der Sendungen.
Dienste
und Leistungen für Mitglieder
Der
Vorteil ist, dass es eine regelmäßige Einkommensquelle für die
Mitarbeiter und deren Familien gibt. Die Vereinigung fördert die
persönliche und soziale Entwicklung der Mitglieder.
Es gibt
Förderung durch die Teilnahme an Schulungen und Workshops zu
verschiedenen Aspekten: Design, Management,
Persönlichkeitsentwicklung, usw..
Andere Aktivitäten und
Öffentlichkeitsarbeit
Zusammen mit anderen solcher
Werkstätten bildet die Vereinigung die Verbindung „Warmi Maki“
(Hände der Frauen), um zusammen zu verkaufen sowie für die
gemeinsame Durchführung von Maßnahmen, wie Training, Ausbildung und
Freizeitaktivitäten.
Ein Beispiel ist die „Werkstatt der
Kreativität“. Sie ist eine Werkstatt für Kinder und junge Leute
im Hügel-Pazifik-Raum. Kinder von 3 bis 4 Jahren an können dort
lernen, aus Recycling-Materialien (Abfällen) Gegenstände zu
basteln. Auf diese Weise sollen Werte gefördert werden. Es gibt
organisierte Exkursionen, Sport und Spiele für die Kinder. Auch ein
Schmuck-Workshop für Jugendliche kam in Zusammenarbeit mit anderen
Institutionen schon zustande.
Für die Vereinigung werden auch
andere Aktivitäten organisiert, wie die Teilnahme an Messen, Besuche
von Museen, usw.
Die Vereinigung ist ebenfalls Teil der
Sparkassen-Gruppe „Solidarität der Nord-Region“.
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