12.03.2003 (Presse-Echo/ Kinder)
 
12.03.2003

Peruaner in Mylauer Grundschule. Musikunterricht einmal anders erleben.

Mylau –Das machte den Mylauer Grundschülern richtig Laune. Kürzlich erlebten Sie Heimatkunde- und Musik-Unterricht einmal ganz anders. Der in Meiningen lebende Peruaner Carlos Sanchez brachte den Schülern seine Heimat mit Dias und lateinamerikanischen Klängen näher.
„Die lateinamerikanische Kultur ist eine Mischung  aus europäischer, amerikanischer und indianischer  - daher besonders reizvoll. Ich möchte sie den Kindern näher bringen. Nicht nur die Mitteilung meines Wissens steht dabei im Vordergrund, sondern auch die Musiktradition der lateinamerikanischen Länder. Ich will den Schülern zeigen, mit welcher Kultur ihre Altersgenossen in meiner Heimat aufwachsen“, erklärte Carlos Sanchez. Die Kinder werden dabei in sein Programm eingebunden. Sie bekamen von Sanchez eine Okarina, eine Tonflöte, geschenkt. Die Mylauer konnten dann probieren, ob sie der Flöte einen Ton entlocken können.
In der Grundschule kam das prächtig an. Die Schüler waren begeistert bei der Sache. Eine Stunde dauerte die Reise durch Lateinamerika. Sanchez erklärte das Leben in Südamerika, das gigantische Gebirge, herrliche Küstenstreifen und verschiedene Klimazonen hat. Mittelpunkt war dabei die Kultur und das Erbe der Inkas. Sanchez konnte den neugierigen Schülern auch erklären, warum Indianer Indianer heißen: „Na, der Columbus hat damals, als er in Amerika landete, gedacht, er ist in Indien. Daher nannte er die Einwohner Indianer.  In Nordamerika wurden sie später vertrieben, leben dort nur noch in Reservaten. Die Indianer haben sich in Südamerika festgesetzt“
Der 36-jährige Peruaner betrat im Mai 1989 erstmals deutschen Boden. In der DDR wollte er studierte Musiker musizieren, spielte in einer Band. Später ging er als Musiklehrer nach Thüringen. In Meiningen wurde Carlos Sanchez vor vier Jahren erstmals gefragt, ob er die lateinamerikanische Musik und Kultur auch anderen Kindern nahe bringen könnte. Er sagte sofort zu. „Ich blieb dabei. Es macht mir großen Spaß, den Kindern meine Heimat vorzustellen. Derzeit zeige ich mein Programm in Schulen in Sachsen und Sachsen-Anhalt.“

 
     

 
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