Schwäbische Zeitung 10.03.06
Echter Peruaner erzählt Kindern vom Urwald
Carlos Sánchez-Chinén fesselt Buben und Mädchen mit Musik und Geschichten
Von Matthias Badura
Jungingen. Wie leben die Menschen in Südamerika? Wie verdienen sie ihr Geld? Wie feiern Sie ihre Feste, und vor allem: auf welchen Instrumenten musizieren sie? Erklärt hat das den vier Klassen der Junginger Grundschule gestern Carlos Sánchez-Chinén.
Doch der quirlige Peruaner beschränkte sich nicht auf Erzählungen, sondern hatte viele Lichtbilder und ganze Koffer voll mit Instrumenten mitgebracht:
Tierhörner, Schneckentrompeten, Ocarinas, Sicus und Quenas. Er spielte den Mädchen und Jungen darauf vor und verstand es meisterhaft – kein Wunder, Sánchez-Chinén ist studierter Musikpädagoge – von den Melodien auf das tägliche Leben überzuleiten. Er weihte sein Publikum in die Gebräuche der Indios ein, berichtete von Tieren und Pflanzen sowie aus der Geschichte des Kontinents.
Immer neue Dinge führte der Peruaner den Kindern vor Augen, immer neue Klänge ließ er sie hören und fühlen. Die Aufmerksamkeit seines Publikums ließ keinen Atemzug lang nach. Ohne müde zu werden, folgten die Kinder ihrem Gast bei seiner Erzählung über den Dschungel, den Amazonas und die Gebirgszüge, in denen die Inkastadt Machu Piccu versteckt lag.
Dabei erfuhren die Buben und Mädchen, dass in Chile und Bolivien schon die Kinder ihren Familien beim Geldverdienen helfen, indem sie sich als Reiseführer oder Köche betätigen. Daneben spielen sie aber genauso gern wie ihre deutschen Alterskameraden, mögen Pokemon und Teletubies und sind ganz versessen darauf, Sammelkarten zu tauschen. Ganz zum Schluss musizierte man gemeinsam, das hatte Carlos Sánchez-Chinén versprochen. Der Musiker schlug die große Trommel und blies in ein mächtiges Tierhorn, die Kinder rasselten und klapperten dazu. Eine kleine Gruppe tanzte.
Stattgefunden hat diese Begegnung mit einer fremden Kultur innerhalb der Projekttage an der Junginger Grundschule. Sie werden nächste Woche fortgesetzt.
So schön kann Schule sein: Spannende Geschichten über das Leben in Südamerika erzählte der Peruaner Carlos Sánchez-Chinén den Junginger Kindern.
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